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Adulte autologe Stammzellen bei Arthrose

 

Unter Arthrose versteht man die degenerative oder traumatische Erkrankung eines Gelenks. Alle Gelenkstrukturen wie Knorpel, Knochen, Gelenkinnenhaut, Menisken, Bänder und Muskulatur können betroffen sein. Dies führt zu einer Veränderung bis Aufhebung der Gelenkfunktion. Die Arthrose entwickelt sich aus einem Missverhältnis zwischen Belastung und Belastungsfähigkeit des Gelenks. Bei den primären Arthrosen liegt eine Minderwertigkeit des Knorpelgewebes vor, dessen Ursache unbekannt ist. Sekundäre Arthrosen können durch metabollische Störungen, neurogene und rheumatische Erkrankungen, Fehlbelastungen, Trauma (Sportverletzungen), Entzündungen oder altersbedingt verursacht werden.

Die Therapie der Arthrose ist abhängig vom Ausmaß der degenerativen oder traumatischen Knorpelzerstörungen und kann „nichtoperativ“ durch Krankengymnastik, orthetische Versorgung, medikamentöse Therapie, lokale Injektionstherapie, Radiosynoviorthese oder operativ, mittels  Arthroskopie bis künstlicher Gelenkersatz, behandelt werden. Versuche, die Regenerierung von Knorpel durch unterschiedlichste Methoden anzuregen, führten zwar zur Induktion einer hauptsächlich fibrösen Knorpelproduktion, nicht jedoch zur Wiederherstellung eines funktionell intakten hyalinen Gelenkknorpels. Vor diesem Hintergrund entstehen völlig neue Behandlungskonzepte, Gelenkknorpelschäden durch die Transplantation von autologen Zellen zu heilen.

Neben der autologen Chondrozytentransplantation (ACT), bietet sich der Einsatz adulter mesenchymaler Stammzellen für das Tissue Engineering von Knochen, Knorpel und Weichteilgewebe an. Adulte Stammzellen zeichnen sich durch eine hervorragende Proliferationsfähigkeit (Gewebevermehrung) und gute Differenzierungsfähigkeit aus. Die klinisch therapeutische Anwendung adulter Stammzellen in der Orthopädie ist neu und ihr Erfolg ist von vielen Faktoren abhängig (Ausmaß und Art der Erkrankung, Allgemeinverfassung des Patienten, Qualität der gewonnen Zellen usw.). Was letztendlich eine Stammzelle hinsichtlich ihrer therapeutischen Eigenschaften ausmacht, wie ihre Differenzierungsfähigkeit in anderes Gewebe, ihre reparativen und regenerativen Fähigkeiten funktionieren, wird derzeit weiter erforscht. 

 

Fallbeispiel: adulte Stammzelltherapie bei Kniearthrose

Bilder: MRT eines Knies mit Knorpeldefekt und Ödem vor (links) und nach (rechts) adulter Stammzelltherapie. 

Beispiel einer medialen Gonarthrose Grad 2-3 mit Knochenödem. Patient litt über 1,5 Jahre unter Dauerschmerzen, nahm täglich Schmerzmedikamente. Vor seiner Erkrankung war der Patient aktiver Tennisspieler, 1,5 Jahre vor der Behandlung war kein Sport mehr möglich.

Ca. 5 Wochen nach der adulten, autologen Stammzelltherapie war der Patient schmerzfrei, 6 Wochen nach der Behandlung unternahm er erste Versuche mit Bandage Tennis zu spielen. Stufenweise Absetzung der Medikamente, bereits 5 Wochen nach der Stammzelltherapie war keine Dauermedikation mehr notwendig. 3 Monate nach der Behandlung konnte der Patient sein Knie sportlich wieder belasten. 

 

Knorpel ist nicht gleich Knorpel

Wir unterscheiden zwei Arten von Knorpel, den Faserknorpel und den, für die Gelenke und Bandscheiben so wichtigen, hyalinen (wasserhaltigen) Knorpel. Nur der kompliziert aufgebaute, wasserhaltige hyaline Knorpel ist in der Lage im Gelenk eine Dämpfungsfunktion zu übernehmen und den hohen Belastungen stand zu halten. Der Faserknorpel ist hierzu nicht geeignet.

Ein Beispiel dafür, dass adulte, autologe Stammzellen in der Lage sind hyalinen Knorpel neu zu bilden oder zu regenerieren zeigen die folgenden Kernspinbilder von ausgetrockneten, degenerativ veränderten Bandscheibenkernen. Mithilfe eines speziellen endoskopischen Abrasionsverfahrens gelang es die Heilung der Bandscheibenkerne mittels der im Knochenmark der benachbarten Wirbelkörper eingelagerten adulten Stammzellen anzuregen.

3 Monate nach dem Eingriff konnte man im MRT hyaline Knorpelstrukturen (einen neuen Bandscheibenkern – Neonukleus) deutlich erkennen.

(Quelle: M.John, T.Hoogland et al: Die perkutane, transforaminale, endoskopische Diskusabrasion: Eine neue interventionelle Therapie zur Regeneration schmerzhaft degenerativer lumbaler Bandscheiben, 2007). 

Fall 1 / Prä- und postoperative MRT Aufnahmen. 

Die präoperativen Aufnahmen zeigen die betroffene Bandscheibe als deutlich dunkel mit überwiegend faserhaltigem, degenerativen Knorpel. 3 Monate später erkennt man in der Bandscheibe einen neuen Bandscheibenkern aus wasserhaltigem, hyalinen Knorpel. 

 

Fall 2 / Prä- und postoperative MRT Aufnahmen

Fall 2 zeigt präoperativ ebenfalls eine ausgetrocknete Bandscheibe L4-5, die nur noch aus degenerativem Faserknorpel besteht. Dadurch ist ihre Funktion erheblich eingeschränkt. Die  Kontroll-MR- Aufnahmen 3 Monate später zeigen ein neuer Bandscheibenkern mit hyalinem (wasserhaltigen) Knorpel.  

 

 

 

 

 

 

 

Therapiespektrum 

 

ACS Autolog Konditioniertes Serum 

 

ACP Autolog Konditioniertes Plasma 

 

ACBM Autolog Konzentriertes Knochenmark 

 

Hyaluronsäure

 

Alternative Therapien

 

Homöopathie 

 

DNA Analysen