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ACS Autolog Konditioniertes Serum

Autologes (körpereigenes) konditioniertes Serum ist ein Verfahren, bei dem venöses Vollblut aus der Armvene mit speziellen Entnahmeröhrchen gesammelt wird. Die Blutentnahmeröhrchen werden kurz auf einer Laborwippe sanft geschwenkt und anschließend für 6 – 8 Stunden bei 37 Grad Celsius in einem Inkubator stehend gelagert, damit viele weisse Blutkörperchen (Leukozyten) in Kontakt mit den kleinen Glaskugeln kommen können, die sich in den Röhrchen befinden. Dieser Kontakt stimuliert die weissen Blutkörperchen zur Produktion von entzündungshemmenden, körpereigenem Eiweiss (Protein), den so genannten Zytokinen.

Als Zytokine werden Proteine bezeichnet, die das Wachstum und die Differenzierung von Zellen im menschlichen Körper regulieren. Man unterscheidet im Wesentlichen fünf Hauptgruppen von Zytokinen. Für die Therapie mit ACS sind vor allem die Zytokine von Interesse, die wir als Wachstumsfaktoren bezeichnen und die Gruppe der Interleukine. Interleukine sind körpereigene Botenstoffe der Zellen des Immunsystems. Sie koordinieren unsere Immunabwehrzellen (Leukozyten) im Kampf gegen Krankheitserreger oder auch Tumorzellen.

Interleukin-1 ist ein entzündungsfördernder Signalstoff. Die kontrollierte Entzündung und Zerstörung von Zellen und Bindegewebe im menschlichen Körper ist oft nötig, um Krankheitserreger oder Defekte und entartete Zellen ausserhalb der Blutbahn, also im Körpergewebe, zu bekämpfen. Bei chronischen wie akuten Entzündungen kann diese natürliche Abwehrreaktion aber auch ausser Kontrolle geraten. Das Interleukin-1 lagert sich dann z.B. an Gelenkknorpelzellen (Chondrozyten) vermehrt an und bewirkt dadurch die Freisetzung knorpelzerstörender Enzyme. Bei einem verletzten oder degenerativ veränderten Gelenk-Bandscheibenknorpel kann aus einer normalen, natürlichen Abwehrreaktion des Interleukin-1 eine ausser Kontrolle geratene Produktion von Interleukin-1 zu einer Gelenkknorpelzerstörung führen. Interleukin-1 kann mit einem anderen körpereigenen Protein, dem sog. Interleukin-1-Antagonisten (Gegenspieler) neutralisiert werden. Auf Basis dieser molekularbiologischen Beobachtungen wurde die ACS-Therapie entwickelt. Die Injektionen von ACS in krankes, verletztes Gewebe erwies sich im Tiermodell und Tierexperimentellen Studien, sowie in klinischen Studien am Menschen bei der Behandlung von Arthrosen, Muskel- und Sehnenverletzungen, sowie bei Problemen an der Wirbelsäule als wirksam und sicher.

Bei dieser minimal invasiven Therapie wird das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Substanzen wieder hergestellt.

In der Arthrose-Therapie wird die ACS-Therapie bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt.

Bei Rückenschmerzen hat sich die Behandlung als sehr wirksam erwiesen und die Dauer der Wirkung hält länger an als bei der herkömmlichen Cortison-Therapie. Des Weiteren sind Nebenwirkungen wesentlich seltener als bei Anwendung von Cortison-Präparaten.


Wirkung von körpereigenen Proteinen:

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • knorpelschützend
  • beweglichkeitsfördernd
  • fördert das Abschwellen der Nervenwurzel
  • kann bei Patienten mit zusätzlichem Diabetes Mellitus eingesetzt werden

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